Demenz Verstehen und gemeinsam begegnen
Demenz ist längst nicht mehr nur ein Thema des höheren Lebensalters. Mit der wachsenden Zahl älterer Menschen gewinnt der sensible und kompetente Umgang mit Demenz zunehmend an Bedeutung – für Betroffene ebenso wie für Angehörige, Pflege- und Betreuungskräfte und das soziale Umfeld.
Wissen, Sensibilisierung und frühzeitige Unterstützung können dazu beitragen, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Gleichzeitig geben sie Angehörigen und Fachkräften mehr Sicherheit im Alltag.
Genau hier setzt unser „Aktionstag Demenz“ an. Er bündelt vier Angebote, die unterschiedliche Perspektiven und Zielgruppen ansprechen: den interaktiven Demenzparcours, einen Angehörigenvortrag, eine Schulung für Mitarbeitende und Führungskräfte sowie einen Workshop zur demenzsensiblen Einrichtung. So wird Demenz nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch erfahrbar und auf den privaten wie beruflichen Alltag übertragen.
Demenz verstehen durch Selbsterfahrung
Wie fühlt es sich an, wenn vertraute Abläufe plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind? Wenn Orientierung, Wahrnehmung oder Kommunikation erschwert werden?
Der Demenzparcours macht solche Situationen erlebbar. Nach einer kurzen Einführung durchlaufen die Teilnehmenden verschiedene Stationen und setzen sich praktisch mit typischen Alltagssituationen auseinander.
Der Perspektivwechsel hilft dabei, besser nachzuvollziehen, wie verunsichernd oder belastend bestimmte Situationen für Menschen mit Demenz sein können. Gleichzeitig schafft die Selbsterfahrung einen empathischen Zugang und bietet Anregungen, das eigene Handeln aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
unterstützung für angehörige
Eine Demenzerkrankung verändert nicht nur das Leben der betroffenen Person, sondern auch das familiäre Umfeld. Angehörige stehen häufig vor neuen Situationen und fragen sich, wie sie den Kontakt gestalten und mit Verhaltensänderungen umgehen können.
Der Angehörigenvortrag vermittelt grundlegendes Wissen über Demenz und gibt praktische Impulse für Kommunikation und den Umgang mit herausforderndem Verhalten. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Was kann im Alltag konkret helfen?
Auch gemeinsame Zeit bei einem Besuch lässt sich passend zu den Fähigkeiten, Interessen und der Tagesform der betroffenen Person gestalten. Der anschließende Austausch bietet Raum für Fragen und persönliche Erfahrungen.
Sicher kommunizieren
Wenn sich Sprache, Wahrnehmung oder Orientierung verändern, können vertraute Kommunikationsmuster an ihre Grenzen kommen. Das kann im beruflichen Alltag zu Unsicherheit führen.
Die Schulung „Demenz verstehen und sicher kommunizieren“ richtet sich an Mitarbeitende und Führungskräfte in Pflegeeinrichtungen. Sie vermittelt Grundlagen zum Krankheitsbild und zeigt, worauf es in Gesprächen ankommt und wie wertschätzende Kommunikation gelingen kann.
Auch herausforderndes Verhalten wird aufgegriffen. Mögliche Auslöser werden betrachtet und Handlungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag entwickelt.
Auf dem Weg zur demenzsensiblen Einrichtung
Demenzsensibilität beginnt nicht erst im direkten Kontakt mit einem Menschen mit Demenz. Auch Strukturen, Abläufe und räumliche Rahmenbedingungen beeinflussen, wie sicher und gut sich Menschen mit Demenz in einer Einrichtung zurechtfinden.
Der Workshop „Auf dem Weg zur demenzsensiblen Einrichtung“ nimmt deshalb die eigene Organisation in den Blick. Gemeinsam wird erarbeitet, was eine demenzsensible Einrichtung ausmacht und wo bereits Stärken und Entwicklungspotenziale liegen.
Auch herausfordernde Situationen werden betrachtet: Was steckt dahinter und wie kann professionell damit umgegangen werden? So entstehen konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Praxis.
Vier Angebote, ein gemeinsames Ziel
Die vier Angebote setzen unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich dabei:
- Demenzparcours: Verständnis durch persönliche Selbsterfahrung
- Angehörigenvortrag: Unterstützung bei Fragen rund um Alltag und Beziehung
- Schulung: mehr Sicherheit in der Kommunikation und im beruflichen Alltag
- Workshop: Impulse für eine demenzsensible Einrichtung
Was sie verbindet, ist ein gemeinsames Ziel: Demenz besser verstehen und Menschen mit Demenz wertschätzend, sicher und kompetent begegnen.
Mit dem „Aktionstag Demenz“ möchten wir Pflegeeinrichtungen dabei unterstützen, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen und Demenz aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten – von der persönlichen Erfahrung bis zur Weiterentwicklung der eigenen Einrichtung.
Sie sind interessiert?
Möchten auch Sie passgenaue Lösungen entwickeln, um die Gesundheit von Bewohnenden und Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen nachhaltig zu stärken. Dann freuen wir uns von Ihnen zu hören:
Jana Erlenkötter
Prävention in Lebenswelten und Pflege
Telefon: 0201 56577–301
Mail: gesapflege@teamgesundheit.de
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