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Zukunft der Pflege – Entlastung durch KI und Robotik?

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Deutsch­land steht vor einer der größten gesell­schaft­li­chen Heraus­for­de­run­gen unserer Zeit: Die Bevöl­ke­rung altert – schnell. Bereits heute sind über 5,6 Millionen Menschen auf Pflege angewie­sen.1 Besonders die Gruppe über 80 wächst stark2, während gleich­zei­tig über 20.000 Pflege­fach­kräfte fehlen.3 Viele arbeiten längst am Limit – Überlas­tung und daraus bedingte Ausfälle verstär­ken den Engpass.

Setzt sich diese Entwick­lung fort, könnten im Jahr 2040 sogar 7 Millionen Menschen pflege­be­dürf­tig sein – bei bis zu 500.000 fehlenden Pflege­kräf­ten.4,5 Das würde bedeuten: Pro Mensch blieben kaum mehr als 15–20 Minuten pro Tag für Körper­pflege, Medika­mente, Gespräche. Bezie­hungs­pflege und Nähe werden zur Ausnahme. Statt­des­sen würde Pflege zur Fließ­band­ar­beit – obwohl sie doch vor allem eines braucht: Zeit. Denn Pflege ist mehr als Versor­gung. Sie ist Beziehung, Vertrauen, Zuwendung. Ein System, das daran spart, verliert nicht nur an Qualität, sondern auch an Mensch­lich­keit.

Die drängende Frage lautet daher: Wie kann Pflege­personal entlastet werden, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren?

KI und Robotik: Chancen durch Techno­lo­gie

Moderne Techno­lo­gien könnten genau dort ansetzen, wo heute die größten Zeitfres­ser liegen:

  • KI kann (schon heute) bei Dokumen­ta­tion, Dienst­pla­nung oder voraus­schau­en­der Organi­sa­tion hilfreich sein.
  • Pflege-Roboter unter­stüt­zen bei Mobili­sa­tion, Sturz­er­ken­nung oder im Umgang und der Kommu­ni­ka­tion mit Menschen mit Demenz.

Das Ziel: nicht ersetzen, sondern entlasten. Studien zeigen, dass bis zu ein Drittel der Arbeits­zeit in der Pflege auf Aufgaben entfällt, die digital unter­stützt oder automa­ti­siert werden könnten.6 Zeit, die dann für echte Zuwendung frei wird.

Doch damit das gelingt, braucht es Mut – und vor allem auch Mitge­stal­tung. Klar ist: Technik darf nicht einfach „überge­stülpt“ werden. Pflege­kräfte müssen den Einsatz aktiv mitent­wi­ckeln. Denn sie wissen am besten, wo Unter­stüt­zung nötig ist und wie eine Entlas­tung im Pflege­all­tag am besten gelingen kann.

„Es wäre wünschens­wert, wenn die Pflege die Entwick­lung und Anwendung dieser Technik aus der eigenen profes­sio­nel­len Perspek­tive verant­wor­tungs­voll mitge­stal­tet. Sie sollte sich sowohl mit den eigenen zukünf­ti­gen Möglich­kei­ten als auch mit den Chancen und Grenzen des Technik-Einsatzes vertraut machen.“

UND WAS, WENN NICHT?

Um greifbar zu machen, wohin sich die Pflege in den kommenden Jahren entwi­ckeln könnte, haben wir ChatGPT um die Ausar­bei­tung zweier Zukunfts­sze­na­rien gebeten. Der zugrunde liegende Prompt lautete: „Bitte entwickle ein Zukunfts­sze­na­rio für die Pflege in 15 Jahren unter der Annahme, dass die Zahl der pflege­be­dürf­ti­gen Menschen weiter steigt, während gleich­zei­tig weniger Fachpfle­ge­kräfte zur Verfügung stehen. Beschreibe zunächst, wie sich die Pflege­si­tua­tion ohne den Einsatz neuer Techno­lo­gien wie künst­li­cher Intel­li­genz oder Robotik entwi­ckeln würde. Anschlie­ßend erstelle ein kontras­tie­ren­des Szenario, das zeigt, wie ein verant­wor­tungs­vol­ler, ethisch durch­dach­ter Einsatz von KI und Robotik zur Entlas­tung der Pflege beitragen kann.“7

Ein Blick in die Zukunft – Zwei Szenarien

Szenario 1

Mehr Pflege­be­dürf­tige, weniger Pflege­kräfte – mit drasti­schen Folgen:

  • Versor­gungs­eng­pässe und lange Warte­zei­ten
  • Pflege reduziert auf das absolut Notwen­dige
  • Burn-out und Überlas­tung bei Pflege­kräf­ten
  • Einsam­keit nimmt zu, Familien werden zur Pflicht­pflege

Szenario 2

Hier verändert sich Pflege grund­le­gend – und zum Guten:

  • Roboter überneh­men körper­lich schwere Routinen
  • KI erkennt Risiken früher und verhin­dert Kranken­haus­auf­ent­halte
  • Dokumen­ta­tion läuft automa­tisch
  • Pflege­kräfte gewinnen Zeit für Gespräche und Zuwendung
  • Der Beruf wird attrak­ti­ver, belast­ba­rer und moderner

Pflege sichern heißt Zukunft sichern

Die Szenarien zeigen klar: Die Richtung, in die sich Pflege entwi­ckelt, hängt entschei­dend davon ab, wie aktiv die Branche die Zukunft mitge­stal­tet. Wir stehen an einem Wende­punkt. Pflege wird sich verändern – die Frage ist: wie.

Als Akteure im Gesund­heits­we­sen und als Gesell­schaft tragen wir Verant­wor­tung: für eine Pflege, die verläss­lich, zukunfts­fä­hig und mensch­lich bleibt.

Wer Pflege­kräfte ernst nimmt, ihre Erfah­run­gen integriert und KI als Partner statt als Ersatz versteht, schafft die Basis für eine zukunfts­fä­hige, resili­en­tere Pflege, in der mehr Zeit den Menschen zugute­kommt.

GESCHÄFTS­BE­RICHT PFLEGE 2025

Den ausführ­li­chen Artikel zum Thema “Zukunft der Pflege – Mensch­lich­keit im Zeitalter von KI” finden Sie in unserem aktuellen Geschäfts­be­richt Pflege 2025.

Darin erfahren Sie nicht nur inter­es­sante Fakten zum aktuellen Status der Pflege in Deutsch­land, sondern erhalten auch spannende Einblicke und Perspek­ti­ven aus unseren über 1.000 Projekten, die zeigen, wie Pflege mensch­lich, gesund und effektiv gestaltet werden kann.

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¹ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2722/umfrage/ pflegebeduerftige-in-deutschland-seit-1999/

² (WIdO Pflege-Report 2024) 

³ https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/ Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/Altenpflege.pdf?__blob=publicationFile, letzter Zugriff 03.08.2025  

⁴ https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsvorausberechnung/Publikationen/ Downloads-Vorausberechnung/statistischer-bericht-pflegevorausberechnung-5124209229005.html, letzter Zugriff 03.08.2025 

⁵ https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/pflege-report/2024/ 

⁶ https://www.tk.de/presse/themen/pflege/digitalisierung-in-der-pflege/position-digitalisierung-in-der-pflege-2187664 

7 OpenAI. (2025). ChatGPT (Version 5o) [Large language model]. https://chat.openai.com 

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Sheila Hallwass

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