Wie halten Sie sich auch im Sommer fit, was bedeutet Ihr Tigerherz fürs Berufsleben, und welche Rolle wünschen Sie sich für Olympia 2032, Herr Keller?

Von |2019-08-27T09:53:01+01:0015 Jul, 2019|Bewegung und Ergonomie, Gesundheitsmanagement|

Vor ein paar Wochen hat Christian Keller zum dritten Mal seinen Titel als Triathlet verteidigt. Für den ein oder anderen Freizeitsportler zählt bereits die Teilnahme an einem Marathon zu den ambitioniertesten Zielen seines Lebens. Marathon-Training und -Teilnahme dienten Keller mit dem Ende seiner professionellen Sportler-Karriere 2005 vor allem zum „Ausschleichen“. Bevor es zu Missverständnissen kommt: Natürlich erlebt auch ein Sport-Profi eine solche Anstrengung trotz Karriere nicht als Spaziergang. Zur Begrifflichkeit: Beim Ausschleichen soll das Herzkreislaufsystem, das Nervensystem und die Muskulatur eines stark trainierten Sportlers genug Zeit bekommen, um wieder den Normalzustand zu erreichen. Doch dann nur mit Laufschuhen Distanz zu überwinden, passte Keller dann doch nicht so ganz: „Das ist, als ob eine Kuh Fahrrad fährt“, vergleicht er im Interview mit unserer Autorin Wibke Roth. Nachdem er bei einem Marathon mit 3:48 Stunden unter der Vier-Stunden-Marke blieb, startete er mit dem Triathlon-Training, das er sich übrigens selbst konzipiert. Keller trug elf Jahre lang den Titel „schwimmender Bänker“: Er hat schon während seiner Sportler-Karriere mit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann an seine heutige Bankkarriere angeknüpft. Der 47-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder.

Team Gesundheit GmbH:
Herr Keller, wie viel Zeit nehmen Sie sich neben Ihrer Arbeit und neben Ihrer Familie regelmäßig, um Sport zu treiben?

Christian Keller:
Sechs bis sieben Stunden pro Woche.

Team Gesundheit GmbH:
Sie ziehen morgens vor der Arbeit Ihre Bahnen im Essener Grugabad. Zumindest im Sommer. Wo schwimmen Sie im Winter?

Christian Keller:
Im Leistungszentrum in Essen Rüttenscheid, mein altes Wohnzimmer zu Wettkampfzeiten.

Team Gesundheit GmbH:
Dort trainiert auch der SG-Essen. Wie ist Ihr Bezug zu diesem traditionellen Vereinszusammenschluss?

Christian Keller (lacht):
Ich bin bekennender SG-Essen-Fan*. Ein toller Zusammenschluss der Essener Schwimmvereine.

Team Gesundheit GmbH:
Dabei können Sie doch bestimmt auch Feldrecherche für Ihre Arbeit als Kommentator machen, oder? Wie sieht es mit dem Olympia-Nachwuchs aus?

Christian Keller:
Im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten beobachte ich die Trainingsarbeit und bin jedes Mal positiv beeindruckt.

*Anmerkung der Redaktion: Keller hat in einem der Vereine – im Werdener TB – im Alter von fünf Jahren mit seinem Schwimm-Training begonnen.

Bei der Schwimm-EM in Budapest war Christian Keller bereits in der 12. TV-Saison tätig.

Team Gesundheit GmbH:
Sehen wir einige der Schwimmer auch in Südkorea?

Christian Keller:
Ja. Vier WM-Teilnehmer sind auch unsere Olympia-Kandidaten Tokio 2020: Damian Wierling, Marius Kusch, Poul Zellmann und Max Pilger.

Team Gesundheit GmbH:
Auf welche Ergebnisse des SG-Essen sind Sie stolz?

Christian Keller:
Die Nachwuchsarbeit und die Ergebnisse der Deutschen Jugendmeisterschaften.  Allerdings muss noch an der Drop-Out-Quote beim Übergang von den Jugendlichen zu den Senioren gearbeitet werden. Die Ausfallquote ist zu hoch.

Team Gesundheit GmbH:
Warum steigt der Nachwuchs genau hier aus?

Christian Keller:
Weil dann die Jahrgänge wegfallen. Im Prinzip fallen die Schwimmer dann in ein großes Haifischbecken. Plötzlich sind da nicht mehr sieben Konkurrenten auf einer Disziplin, sondern mehr als 40 im offenen Bereich.

Team Gesundheit GmbH:
Wie halten Sie sich neben dem Schwimmen fit?

Christian Keller:
Generell mache ich für mein Stabi-Training Body-Weight-Übungen, also Kraftübungen mit dem eigenen Körper, speziell für Bauch und Rücken.

Team Gesundheit GmbH:
Für Ihre aktuellen Triathlon-Erfolge haben Sie im Frühjahr mit dem Training begonnen. Die Vorbereitungszeit kurz vor dem aktuellen Wettkampf war schon von Hitze geprägt…

Christian Keller:
…absolut. Da habe ich das Koppeltraining, also die Lauf- und Fahrradeinheiten am Wochenende, in den frühen Morgen gelegt, um das Herz-Kreislaufsystem zu entlasten. Um mich abzukühlen, bin ich bei großer Hitze zum Beispiel morgens und abends geschwommen.

Team Gesundheit GmbH:
Welches Training mögen Sie gar nicht?

Christian Keller:
Das Durationstraining – die Grundlagenausdauer.

Team Gesundheit GmbH:
Und wie motivieren Sie sich dazu? Oder was tun sie, dass sie Ihnen doch schmeckt?

Christian Keller:
Dass ich mir meine Zeit so einteilen kann, dass ich regelmäßig morgens ins glasklare Wasser springen und meine Bahnen ziehen darf, nachdem ich meiner Frau ihren Kaffee ans Bett gebracht und meine Kinder zur Schule gebracht habe. Das ist mir Belohnung genug.

Team Gesundheit GmbH:
Was nützt Ihnen Ihr Sportsgeist in Ihrem Beruf als Bankkaufmann?

Christian Keller (lacht):
Wenn der Tiger einmal ins Herz gepflanzt wurde, bleibt er auch da.

Team Gesundheit GmbH:
Was zeichnet den Tiger aus?

Christian Keller:
Ausdauer, Fokussiertheit und den Glauben an die eigene Schaffenskraft.

Team Gesundheit GmbH:
Eine große Zukunftsidee sind die Olympischen Spiele an Rhein-Ruhr im Jahr 2032. Die Spiele sind noch Vision. Es gibt Förderungsmaßnahmen, die dazu führen sollen, dass die Vision Realität wird. Apropos Vision: Welche Rolle wünschen Sie sich für Olympia 2032?

Christian Keller:
Ehrenamtlicher Olympia-Botschafter! Als Lokal-Patriot stelle ich mir die Schwimm-Wettkämpfe natürlich in der Arena auf Schalke vor. Und vor allem wünsche ich mir für meine Kinder, dass sie das hier vor Ort erleben dürfen.

Team Gesundheit GmbH:
Danke fürs Gespräch und viel Erfolg in Südkorea, Herr Keller!

Seit 2015 besteht die Team-Patenschaft zwischen Team Gesundheit und der SG Essen

Im Jahr 1987 gründeten zehn Schwimmvereine die Startgemeinschaft Essen e. V., welche im Schwimmsport viele Erfolge vorzuweisen hat. Seit April 2015 ist das Team Gesundheit Sponsor der SG Essen e. V. und hat die Team-Patenschaft für die JEM-Gruppe übernommen, um sich auf diese Weise gesundheitsförderlich in der Praxis zu engagieren.
Ich heiße Wibke Roth. Und ich arbeite am liebsten schreibend und schwitzend – in die Tasten hauend und als Fitness-Trainerin. Man könnte auch schreiben: Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich andere in Bewegung bringe, erlebe ich sie. Meistens bewege ich mich übrigens mit. Ich kann nicht anders. Manchmal gerate ich jedoch auch beim Schreiben ins Schwitzen: je nach Temperatur, Thema und Terminfrist. Wenn mein Sportsgeist außer Atem kommt, haue ich auch gerne einfach `mal ab – in die Berge, ans Meer oder in den Wald. Wenn davon nichts in Sicht ist, haue ich mich einfach aufs Ohr. Das ist sehr gesund und besser als draufloszuhauen – also wild schreiend; dann doch lieber schreibend in die Tasten.

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