Unser Konzept und unsere Experten für: Mitarbeitergesundheit

Deutschlands wohl berühmtester Altenpfleger Ferdi Cebi hat es im vergangenen Blogbeitrag zur Pflege bescheinigt: Es gibt Stellschrauben, an denen gedreht wird und solche, an denen wohl nicht zu drehen ist. Eine davon ist in seinen Augen der Personalschlüssel. Man könnte das Dilemma so zusammenfassen: Wenn die Personal-Mindestzahl auf den Stationen nicht drehbar ist, wird es zum Beispiel im Krankheitsfall in der Pflegebelegschaft so bleiben, dass einer den anderen vertritt. Unglücklich nur, wenn derjenige für’s Krafttanken gerade “schichtfrei” hat. Dann muss er trotzdem `ran.

Daran kann auch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) nicht drehen. Und doch bringt es neue Stellschrauben mit sich, sodass neu gedreht werden kann. Mit Inkrafttreten können die gesetzlichen Krankenversicherungen seit diesem Jahr nämlich mindestens einen Euro je Versicherten für die Betriebliche Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aufwenden. Wo und in welche stärkenden Projekte die Gelder fließen, ist den Krankenkassen überlassen.

Seit dem Start der Initiative WERTGESCHÄTZT im April diesen Jahres haben über 70 Einrichtungen bundesweit bereits starkes Interesse bekundet. In mehr als 30 Einrichtungen hat die gemeinsame Arbeit der Initiative bereits gestartet und es werden stetig mehr. Interessierte Einrichtungen können sich weiterhin an der Initiative beteiligen.

„Zu gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen zählt vor allem auch Wertschätzung“, sagt Eva Vobis. Sie ist die Projektleiterin für die BKK-Initiative bei Team Gesundheit. Sie erklärt: „Nur, wenn sich jemand wertgeschätzt fühlt, will er auch etwas leisten. Dabei bedeutet Wertschätzung mehr als Höflichkeitsstandards wie ,Bitte‘ oder ,Danke‘ zu sagen. Es geht darum, sich ernst genommen zu fühlen, dass Anregungen Gehör finden, das Gefühl zu bekommen, etwas zu schaffen. Das Gefühl zu haben, Dienste und Aufgaben immer nur auferlegt zu bekommen, führt zum Gegenteil von Wertschätzung.“

Daher zählt zum WERTGESCHÄTZT-Konzept, dass sich jede Einrichtung ihre Konzepte selbst schafft. Zur Unterstützung kommt ein Team-Gesundheit-Berater ins Haus. Er ist und bleibt der Hauptansprechpartner, führt das Steuerungsgremium im Haus zusammen. Das Gremium besteht aus unterschiedlichen Berufsgruppen der Einrichtung. „Wir bringen auch hier den Stein für Wertschätzung, wie bei anderen Konzepten von uns, nur ins Rollen. Der Abnabelungsprozess von uns beginnt genau bei diesem Steuerungsgremium“, verrät sie.

Das Wissen, wie man sich wertschätzend jemandem gegenüber verhält, ist das eine: „Da es nicht reicht, nur zu wissen, wie man sich verhalten soll, gehören Berührungspunkte und Selbsterfahrungselemente entsprechend auch zum Konzept“, erläutert die Expertin.

Eva Vobis – Projektleiterin der Initiative „Wertgeschätzt“ für die Gesundheit von Beschäftigten von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

 



Eva Vobis ist 1991 geboren. Die Projektleiterin der Initiative „Wertgeschätzt“ ist seit September 2017 Teil des Team Gesundheit. Sie hat sowohl an der Fachhochschule Münster studiert und dort ihren Bachelor in Ökotrophologie als auch ihren Master in Health Education and Promotion an der Maastricht University gemacht. Den Fokus ihres Studiums beschreibt sie so: „Wie kommuniziert man Gesundheit? Was braucht ein Projekt, um einen Menschen zu bewegen, damit er sein Verhalten ändert und wie trage ich dieses an ihn heran? Mit welchen Informationen zu welchen Zeitpunkten?“. Eigentlich, so sagt die Expertin, seien das genau die Berührungspunkte, die sie für die Initiative WERTGESCHÄTZT nun in die Praxis umsetze.

Die Mitarbeitergesundheit ist nach der Bewohnergesundheit, die wir im vergangenen Blogbeitrag vorgestellt haben, unsere zweite Zielgruppe, wenn es um das große Thema Pflege geht. Die Projektleiterin der Team Gesundheit-Angebote für pflegende Angehörige lernen Sie im kommenden Blogbeitrag kennen.

Ich heiße Wibke Roth. Und ich arbeite am liebsten schreibend und schwitzend – in die Tasten hauend und als Fitness-Trainerin. Man könnte auch schreiben: Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich andere in Bewegung bringe, erlebe ich sie. Meistens bewege ich mich übrigens mit. Ich kann nicht anders. Manchmal gerate ich jedoch auch beim Schreiben ins Schwitzen: je nach Temperatur, Thema und Terminfrist. Wenn mein Sportsgeist außer Atem kommt, haue ich auch gerne einfach `mal ab – in die Berge, ans Meer oder in den Wald. Wenn davon nichts in Sicht ist, haue ich mich einfach aufs Ohr. Das ist sehr gesund und besser als draufloszuhauen – also wild schreiend; dann doch lieber schreibend in die Tasten.

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