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Handy, Keime und die Gesundheit

Dieser Artikel sollte Ende Februar 2020 veröffentlicht werden: „Handy, Keime und die Gesundheit: Wer nach dem Lesen dieses Blogbeitrags das dringende Bedürfnis verspürt, seine Smartphone-Tastatur zu reinigen, ist möglicherweise von Ekel überwältigt.“ Und dann sorgte Corona auch hierzulande für ganz andere Sorgen. Im folgenden Blog-Beitrag wird die aktuelle Situation kein einziges Mal erwähnt. Relevant sind die Informationen dennoch, denn Smartphones halten für viele von uns die Verbindung zur Außenwelt aufrecht. Ekel ist nun weniger ausschlaggebend, sein Handy regelmäßig zu reinigen, als die Vernunft.

Wenn ein Artikel dafür sorgt, dass er beim Lesenden zu einer direkten Handlung führt, hat der Autor viel erreicht. Marketing-Fachleute haben für diese Kunst meist englischsprachige Namen. So nennen sie beispielsweise die Umwandlung eines Interessenten in einen Kunden „Conversion“; wenn es ihnen gelungen ist, einen Datensatz über den Dialog zu generieren, ist neudeutsch die Rede von einem „Lead“. Springt der Autor selbst bei seiner Recherche plötzlich auf, um etwas zu tun, was nicht seiner Gewohnheit entspricht, heißt das, dass die Information zumindest heiß war.

Ekel: Übertragungsrisiko von Leser zu Leser

Konkret bin ich Mitte Februar – nachdem ich nur zwei Artikel zum Thema gelesen habe – spontan aufgesprungen, habe Reinigungstücher besorgt, um mein Smartphone, meine Telefonhörer und meine Computertastatur zu reinigen. Die Rede ist nicht von einer plötzlichen Conversion im übertragenen Sinne: Ich bin weit davon entfernt, dass ich mich von einem Menschen ohne Putzzwang in einen mit Putzzwang verwandele. Schließlich lassen sich Zwänge glücklicherweise nicht wie Keime übertragen. Vielleicht sollten Sie sich dennoch vorsichtshalber schon einmal ein paar Bildschirmreinigungstücher oder einen Lappen mit einem Wasser-Alkohol-Gemisch bereitlegen. Ich will Sie übrigens weder dazu bringen, jene Produkte zu kaufen oder Datensätze über Ihr Kaufverhalten zu generieren. Sollten Sie nach dem Lesen analog zu meinem Verhalten nach dem Lesen aufspringen, könnte Sie da ebenso der Ekel infiziert haben.

Viren und Bakterien zählen zu Keimen, die Krankheiten erregen können. Keime breiten sich gerne über Infektionen von Lebewesen zu Lebewesen aus. Ein bekannter Übertragungsweg ist die „Tröpfcheninfektion“. Dabei „wandern“ Viren oder Bakterien in winzigen Tropfen zum Beispiel beim Niesen von Mensch zu Mensch. Weitere Übertragungswege sind „Schmierinfektionen“: Die Erreger können – etwa nach dem Husten in die Handfläche – als Schmierfilm beim Händeschütteln oder an Haltegriffen weiterwandern.

Händewaschen als sinnvoller integrierter Autopilot  

Wer sich nach jedem Toilettengang konsequent die Hände wäscht und das auch

  • nach dem Drücken auf den Halteknopf oder Festhalten an Stangen in Bussen und Bahnen beherzt sowie
  • nach dem Schieben des Einkaufswagens,
  • nach der Zubereitung von Fleisch (und natürlich auch davor),
  • nach dem Husten oder Niesen (oder besser: wer erst gar nicht in die Hand hustet oder niest),

muss an dieser Stelle möglicherweise gar nicht weiterlesen.

Ihr Handy als Wegbegleiter

Es gibt aber einen Grund, warum Händewaschen allein nicht reicht, um keimfrei zu bleiben. Dass Händewaschen wichtig ist, um sich – wie jetzt – gar nicht erst mit Bakterien und Viren anzustecken, könnte auch in einem Beitrag stehen, der Tipps zur Grippe-Vorbeugung gibt: Und der beste Rat auch in dieser Sache ist – da sind sich Hygiene-Experten einig – sich am besten gar nicht erst anzustecken.  Darum sollten Sie sich an dieser Stelle fragen:

  • Zu welchen Orten und Örtchen hat Sie Ihr Smartphone diese Woche schon begleitet?

Der Mensch ist grundsätzlich auf das Zusammenleben mit Bakterien eingestellt. Sie befinden sich auf Schleimhäuten und im Magen-Darm-Trakt. Viele Bakterien haben sinnvolle, schützende Funktionen. Gelangen sie jedoch in die Blutbahn oder kommt es im Darm zu einem Ungleichgewicht der Mikroorganismen, können Durchfall, Entzündungen oder Blutvergiftungen folgen.

Wenn ein Handy Hände hätte

Da das menschliche Leben – zum Glück – normalerweise nicht unter sterilen Bedingungen wie in Laboren abläuft, gehört für Keime das Zusammenleben mit Menschen dazu. Der Satz funktioniert auch andersherum: Der Mensch lebt mit Mikroorganismen zusammen, weil sie ihm zum Beispiel mit Schutzfunktionen auch nützen können. Die gute Info also vorneweg: Viele Keime, die sich auf der Smartphone-Oberfläche tummeln, können der gesunden menschlichen Haut-Oberfläche nichts anhaben, weil sie genauso harmlos sind. Dennoch sollte sich jeder Handy-Nutzer überlegen, wie hygienisch er sich mit seinem smarten Wegbegleiter verhält.

Das Handy nach dem Toilettengang direkt neben das Küchenbrett zum Schnibbeln des Hühnchens zu legen, wäre unklug. Jemandem das lustige Video zu zeigen, nachdem man beim vergangenen Telefonat auf die Oberfläche gehustet hat, ist für einen selbst nicht schlimm: sobald derjenige aber mit seinen Fingern zum Vorspulen auf das Display patscht, spricht das nicht gerade für vorbeugende Etikette. Alle Besitzer von Smartphones sollten sich also grundsätzlich fragen:

  • Hätte Ihr Handy Hände: Wie oft hätten Sie ihm heute schon die Hände waschen müssen?

Infokasten zur „Virenschleuder“ Smartphone:

2017: derstandard.at greift Ergebnisse einer deutschen Studie auf, in der Handys als Keimträger im Krankenhaus genannt werden. Demnach befänden sich auf nahezu jedem Handy eines Krankenhausarztes oder einer Pflegekraft pro Quadratzentimeter 3.895 Bakterien – 84 Mal mehr als auf einem Toilettensitz.

2017: Time.com verweist auf eine Studie der Michigan School of Public Health, wonach sich auf den Handy-Oberflächen von US-High-School-Schülern bis zu 17.000 bakterienähnliche Lebewesen tummelten.

2012: Forscher der Universität Arizona fanden heraus, dass sich auf Smartphones zehnmal mehr Bakterien befinden als auf einem Toilettensitz.

Ich heiße Wibke Roth.

Und ich arbeite am liebsten schreibend und schwitzend – in die Tasten hauend und als Fitness-Trainerin. Man könnte auch schreiben: Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich andere in Bewegung bringe, erlebe ich sie. Meistens bewege ich mich übrigens mit. Ich kann nicht anders. Manchmal gerate ich jedoch auch beim Schreiben ins Schwitzen: je nach Temperatur, Thema und Terminfrist. Wenn mein Sportsgeist außer Atem kommt, haue ich auch gerne einfach `mal ab – in die Berge, ans Meer oder in den Wald. Wenn davon nichts in Sicht ist, haue ich mich einfach aufs Ohr. Das ist sehr gesund und besser als draufloszuhauen – also wild schreiend; dann doch lieber schreibend in die Tasten.
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