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Benjamin Button und wie der Blick aus dem Tal der Bewegungslosigkeit führen kann

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„Nochmaaaaaaaaal!“ Nach der Zeit, in der wir Mama oder Papa in Endlos­schleife lachend in die Arme gelaufen sind, weil es uns – mit gerade mal zwei Zähnchen im Mund und zwei kippe­li­gen Füßchen am Boden – so viel Spaß gemacht hat, uns bewegt zu erleben, schleicht Bewegungs­freude mit zuneh­men­den Lenzen zusehends talab­wärts – dorthin, wo die unzurei­chende körper­li­che Aktivität sitzt.

60 Minuten körper­li­che Aktivität sollen es laut Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) pro Tag pro Kind sein. Mit steigen­dem Lebens­al­ter nimmt jedoch der Anteil der Kinder und Jugend­li­chen, die die Bewegungs­emp­feh­lung der WHO erreichen, konti­nu­ier­lich ab. Lediglich 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen zwischen 3 und 17 Jahren bleiben jenseits der Talsohle körper­lich aktiv genug. Die Ergeb­nisse stammen aus der KiGGS Welle 2. KiGGS ist Bestand­teil des Gesund­heits­mo­ni­to­rings am Robert Koch-Institut (RKI).

 

Mit steigen­dem Lebens­al­ter nimmt der Anteil der Kinder und Jugend­li­chen, die die Bewegungs­emp­feh­lung der Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion erreichen, konti­nu­ier­lich ab.

„Komm‘, wir spielen Verstecken-Fangen! Ohne Dreier!“

Körper­li­che Aktivität ist laut Journal of Health Monito­ring 2018 definiert als „jegliche Bewegung, die durch Skelett­mus­keln erzeugt wird und zu einem erhöhten Energie­ver­brauch führt.“ Dass mehr als drei Viertel der Mädchen und zwei Drittel der Jungen in Deutsch­land die WHO-Bewegungsempfehlung verfehlen, zeigt, wie groß das Potenzial für die Bewegungs­för­de­rung ist. Und die WHO-Bewegungsempfehlung ist dabei das Minimum, um nicht ins Tal mit ernst­haf­ten Folgen für die Gesund­heit zu rutschen. Es gibt übrigens zwei Faktoren, die eine geringe körper­li­che Aktivität begüns­ti­gen: Sie wurde häufiger bei weibli­chen Jugend­li­chen angegeben und bei Mädchen und Jungen aus Familien mit niedrigem sozio­öko­no­mi­schen Status.

 

Laut RKI erreichen Mädchen der Alters­gruppe 3 bis 10 Jahre in KiGGS Welle 2 die WHO-Empfehlung deutlich seltener als noch in KiGGS Welle 1.

Und natürlich, lernt ein Hänschen, das regel­mä­ßig im Sport­ver­ein geschwitzt hat und mit seinen Eltern Fahrrad­tou­ren unter­nom­men hat, besser Bewegung in seinen Alltag zu integrie­ren, als der Hans, der ohne körper­li­che Aktivität im Kindes­al­ter unterwegs war.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts zu gesund­heits­för­dern­den Aktivi­tä­ten in der Freizeit bei Erwach­se­nen in Deutsch­land (GEDA 2014/2015) treiben es eben auch Erwach­sene nicht gerade auf die Spitze ihres Bewegungs­ver­hal­tens:

  • Gerade einmal ein Drittel der Erwach­se­nen (27,6 Prozent der Frauen / 31,2 Prozent der Männer) folgen der Empfeh­lung der WHO, mindes­tens zweimal pro Woche muskel­kräf­ti­gende Aktivi­tä­ten auszuüben.
  • In punkto Ausdau­er­leis­tung ist auch noch Luft nach oben (42,6 Prozent der Frauen / 48 Prozent der Männer) – wenn auch nicht so viel wie beim Muskel­trai­ning.

Bewegungs­muf­fe­li­gere Erwach­sene tun sich nicht nur selbst nicht gut. Sie leben ihren Kindern mit ihrem Verhalten auch körper­li­che Inakti­vi­tät vor. So program­mie­ren sie den Code für deren Talfahrt gleich mit.

Zurück zu Kindern und Jugend­li­chen: Darauf, wie wichtig eben auch das vorbild­li­che Bewegungs­ver­hal­ten der Eltern ist, verweist auch die Bundes­zen­trale für gesund­heit­li­che Aufklä­rung auf der Seite kindergesundheit-info:

  • „Sobald sich Ihr Kind einiger­ma­ßen sicher auf seinen Beinen fühlt, wird es an „Laufspie­len“ mit Ihnen seine helle Freude haben. Mit zuneh­men­dem Alter werden dann andere Kinder immer inter­es­san­ter: Durch Bewegung grenzt sich Ihr Kind von anderen Kindern ab, passt sich deren Bewegungs­mus­ter an oder gibt selbst Bewegungs­ar­ten vor.“
  • „Unter­neh­men Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Spazier­gänge durch Feld, Wald und Wiesen. Aus kleinen Anregun­gen entsteht hierbei oft der größte Spaß: Papier­flie­ger fliegen lassen, auf Waldwegen über Wurzeln springen, über Baumstämme balan­cie­ren, Kastanien und Blätter sammeln, verste­cken spielen sind nur einige Beispiele hierfür.“

Ein noch größerer Bewegungs­um­fang als der von der WHO empfoh­lene führt natürlich zu einem größeren gesund­heit­li­chen Nutzen. Diese Erkennt­nis spiegele sich nach Journal of Health Monito­ring in den „Natio­na­len Empfeh­lun­gen für Bewegungs­för­de­rung für Kinder und Jugend­li­che“ für Deutsch­land wider. Demnach sollten sich Kinder­gar­ten­kin­der täglich sogar mindes­tens 180 Minuten körper­lich betätigen; Kinder und Jugend­li­che ab der Grund­schule täglich sogar mindes­tens 90 Minuten – und weniger Zeit sitzend verbrin­gen.

Die Vorteile eines bewegten Lebens

Kennen Sie den Film über Benjamin Button? Als Benjamin Button auf die Welt kommt, hat sein Körper zwar die Propor­tio­nen eines Babys, aber seine körper­li­che Konsti­tu­tion gleicht der eines 80-jährigen Greises. Er wird jeden Tag ein Stück jünger und ist dazu verur­teilt, ein Leben führen, das in mehr als einer Hinsicht spiegel­ver­kehrt verläuft. Stellen Sie sich das einmal vor! Wenn Sie wüssten, Sie würden Richtung Lebens­ende immer jünger: Würden Sie das antreiben, sich mehr zu bewegen? Weil das Ziel dann attrak­ti­ver wäre? Welche Vorteile gäbe es?

  • Mehr Spann­kraft,
  • jugend­li­che­res Aussehen und
  • weniger Gebrech­lich­keit (…)

Unsere biolo­gi­sche Uhr läuft jedoch anders. Wir werden alt. Und immer älter. Deutsch­land ist ein Land des langen Lebens. Bewegung hat – natürlich – auch Einfluss darauf, wie gesund das Hirn im Alter bleibt: Nach Angaben des Minis­te­ri­ums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, senken Menschen, die sich fit halten und zugleich gesund ernähren, das Risiko, im Alter an Alzheimer zu erkranken, um bis zu 60 Prozent. Welche direkten Bezüge es zwischen Bewegung und dem Alzheimer-Risiko gibt, ließen sich zwar derzeit nicht befrie­di­gend beant­wor­ten.

Doch die Vorteile körper­li­cher Betäti­gung sind bekannt. Sport und Bewegung im Alltag:

  • regen die Durch­blu­tung an und das Gehirn bekommt mehr Sauer­stoff,
  • senken den Blutdruck und den Chole­ste­rin­spie­gel,
  • verhin­dern Überge­wicht,
  • beugen der Zucker­krank­heit, Herzin­fark­ten und Schlag­an­fäl­len vor,
  • schützen vor Gefäß­ver­kal­kun­gen und damit vor vasku­lä­rer Demenz und
  • beugen depres­si­ven Verstim­mun­gen vor.

Und vielleicht hilft mit Blick auf die biolo­gi­sche Anpas­sungs­fä­hig­keit unseres Körpers und Benjamin Button ja ein neuer Glaubens­satz, der sich durch eine neue Perspek­tive ergibt: In jedem von uns steckt die Fähigkeit, sich bis ins hohe Alter mehr Spann­kraft, jugend­li­che­res Aussehen und weniger Gebrech­lich­keit zu erhalten. Wir müssen sie nur immer wieder aus ihrem Versteck bewegen und uns selbst aus dem Tal der Bewegungs­lo­sig­keit führen.

Wibke Roth

Ich heiße Wibke Roth.  Und ich arbeite am liebsten schreibend und schwitzend – in die Tasten hauend und als Fitness-Trainerin. Man könnte auch schreiben: Wenn ich Texte verfasse, erfasse ich die Welt. Wenn ich andere in Bewegung bringe, erlebe ich sie. Meistens bewege ich mich übrigens mit. Ich kann nicht anders. Manchmal gerate ich jedoch auch beim Schreiben ins Schwitzen: je nach Temperatur, Thema und Terminfrist. Wenn mein Sportsgeist außer Atem kommt, haue ich auch gerne einfach `mal ab – in die Berge, ans Meer oder in den Wald. Wenn davon nichts in Sicht ist, haue ich mich einfach aufs Ohr. Das ist sehr gesund und besser als draufloszuhauen – also wild schreiend; dann doch lieber schreibend in die Tasten.

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